Medizin des Altertums

Weit reicht sie zurück, die Medizin des Altertums. Die für uns heute noch wichtigsten Vertreter der Medizin in der Vergangenheit waren Asklepiades von Bithynien aus dem 1. vorchristlichen Jahrhundert aus Rom, der die Wasserkuren verordnete, Marcus Terentius Varro, der auf die Mikrobiologie hinwies, Aulus Cornelius Celsus beschrieb die chirurgischen Operationen, die teilweise heute noch angewendet werden, Galenus war in der Zeit von zirka 129–216 n. Chr. einer der bekanntesten griechischen Ärzte, der einen gesamten medizinischen Überblick über das medizinische Wissen der Antike gab. Medizinische Lehren, die weit in unsere Zeit reichen, verliehen Hippokrates und Galen, mit ihnen verbindet sich die Heilkunde auch auf naturwissenschaftlicher Basis. Die Medizin im Altertum wurde in verschiedene Gruppen unterteilt, zu denen die Ägyptische Medizin, die Medizin des Judentums, die Medizin des Zweistromlandes und die Medizin des antiken römischen Reiches sowie Griechenlands gehören.

Schon im Jahre 2600 v. Chr. waren die Ägypter in der Lage, die ersten chirurgischen Messer herzustellen. Sie wurden aus Kupfer hergestellt und zu kleinen operativen Eingriffen wie Beschneidungen verwendet. Selbst feine Kupfernadeln zum Vernähen von Wunden waren den Ägyptern nicht fremd. Die Desinfizierung fand durch Honig statt. Selbst erste Zahnprothesen, die mit Goldbändern befestigt waren, wurden in der medizinischen Kunst Ägyptens hergestellt. Die anatomischen Kenntnisse der Ägypter basierten zum großen Teil auf der Pathologie der Verstorbenen, nur die Mumifizierung ließ noch wichtige Erkenntnisse offen. So konnte niemals das Herz entnommen werden, um hier weitere Einsicht über den Herz-Kreislauf zu erheben.

Im Zweistromland entstanden aus Sumer in den Jahren 2100-2000 v. Chr. therapeutische Arzneien zur inneren und äußeren Anwendung sowie Breiumschläge, was nichts mit Magie zu tun hatte. Gebrechen von Mensch und Tier wurden nach den Behandlungen zusätzlich durch Beschwörungen geheilt. Heute würden wir es Geistheilung nennen. Im Zweistromland ging man davon aus, dass Schwachheiten durch böse Geister und Dämonen entstehen würden. Überliefert wurden zahlreiche medikamentöse Therapien, die weit in die Medizin des Altertums hineinreichen. Arzneimittel aus Drogen, Mineralien und Spurenelemente, Pflaster, Dampfbäder, Salben Gurgelmittel, Räucherungen, Tampons und Zäpfchen waren den Medizinern des Zweistromlandes längst zu jener Zeit der Medizin im Altertum bekannt.

In der antiken griechischen Medizin glaubte man damals an eine allmächtige Naturmacht. Hier wurde sehr viel Wert auf die Harmonie des Körpers gelegt. Die Temperamente des Menschen wurden verschiedenen Körperteilen und -säften zugeordnet. Gesundheit konnte nur dann erreicht werden, wenn alle Körpersäfte in einem gesunden Mischungsverhältnis zueinanderstehen. Reinlichkeit war bereits im Altertum der griechischen Medizin äußerstes Gebot. Diese und andere Faktoren haben einen großen Einfluss auf den Verlauf und die Heilung von diversen Krankheiten. Asklepios wurde ein geweihter Tempel, der sog. Asklepieon eingerichtet, der als Sanatorium diente. Der Stab des Asklepios, um den sich eine Schlange windet, ist noch heute das Symbol der Medizin. Hippokrates bildete und bildet die wichtigste Figur in der Medizin des Altertums. Der Eid des Hippokrates sind eine der wesentlichen Säulen der medizinischen Ethik. Wer diesen Eid als Mediziner abgibt, sollte für ein reines Leben nach den gesundheitlichen und humanitären Bedürfnissen der Patienten, sorgen. Das Zentrum der hellenistischen Medizin von einst war Alexandria. Jahrhunderte lang beeinflusste die griechische Medizin die europäische Medizin. Auch jetzt steht sie noch im Zeichen der angewandten Medizinkenntnisse.

Im einstigen Römischen Reich mussten bei Ausbruch der Pest zirka 293 v. Chr. griechische Ärzte um Hilfe gebeten werden. Daraufhin befand sich die römische Ära fest in der Hand der griechischen Medizin im Altertum. Einer der bekanntesten griechischen Ärzte in Rom war Archagathos von Peloponnes, der als Wunderarzt bezeichnet wurde. Es gab im Römischen Reich griechische Schulen, die sich nach den Prinzipien von Hippokrates richteten. Sowohl das Kräuterwissen als auch das pharmazeutische blieb bis zur Renaissance erhalten. Sehr weit fortgeschritten war die chirurgische Einsicht der alten Römer. Mit den damaligen 200 unterschiedlichen Instrumenten waren viele Möglichkeiten gegeben, die Körper zu öffnen. Wesentlich war ebenso die Wertschätzung der Reinheit. Eine gute allgemeine Gesundheit und eine hohe Hygiene waren die hauptsächlichen Faktoren medizinischer Erfolge im römischen Reich.